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„Eine Stunde knackigen Jazz“ versprach Musiklehrer Hans-Günther Driess dem
Publikum in der Stadthalle Plochingen - und er hatte nicht zu viel versprochen. Für die bald zwanzig Musikerinnen der Big Band des Gymnasiums war das abendliche
Konzert am vergangenen Dienstag fulminanter Schlusspunkt eines musikalischen
Triathlons. Am Vormittag wurde die Generalprobe in der Stadthalle schon zu einem
Exklusivkonzert für Schüler des Gymnasiums verwandelt; am frühen Abend wurde die
Abiturfeier musikalisch umrahmt, unmittelbar anschließend dann das „richtige“
Konzert. Hut ab vor der Leistung der jungen Musiker und ihrem nimmermüden
Bandleader Hans-Günther Driess! Den knackigen Jazz gab es dann
besonders in Carlos Santanas Rockjazztitel „Black Magic Woman“ und in der
Funk-Nummer „Brick House“ mit Benhur Ayra (Kl. 12) als locker-souveränem
Gesangsolisten. Druckvoll angetrieben von der exzellenten Percussiongruppe um
Philipp Lang (Kl.13) und Philipp Thiel (Kl. 12) ließen es die Schüler gerne
knacken. Erstaunlich aber auch die Wandlungsfähigkeit der Big Band. In
klassischen Swingnummern wie dem Duke Ellington-Klassiker „Perdido“ oder Count
Basies „Moten Swing“ konnten die einzelnen Instrumentengruppen auch ihre
durchaus vorhandenen zarten Seiten zur Schau stellen: Wunderbar smooth
die kompakte Saxophonsection, angeführt vom großartigen Altsaxophonisten Yannick
Frey (Kl. 12) dessen virtuose Soli das Publikum zu spontanem Applaus
veranlassten. Weitere tolle Soloimprovisationen zeigten Gitarrist Tim Strohmeyer
(Kl.12), Posaunist Felix Lindner (Kl. 9), Tenorsaxophonist Jonas Sautter (Kl.
12) und die Pianistin Leah Federer (Kl. 12). Da zwei Trompeter im Schullandheim
weilten, sprang freundlicherweise Matthias Fuchs, Trompetenlehrer der
Musikschule, kurzfristig ein. Fantastisch seine Soloimprovisationen, ganz
besonders bei „One Note Samba“, wo er auf das weichere Flügelhorn
wechselte. „Fever“! Die Sängerin Beccy Krejcy (Kl.12) heizte dem Publikum mit
warmer Altstimme und einer Portion Sexappeal mit dem gleichnamigen Klassiker
mächtig ein. Ein großes Stimmtalent, wie sich auch in der weichen Ballade „Don’t
Know Why“, begleitet von einer sechsköpfigen Combo, und in „It Don’t Mean a
Thing, If It Ain’t Got That Swing“, zeigte. Hans-Günther Driess, der
gleichzeitig unterhaltsam und erhellend die Stücke vorstellte, sah sich gar von
„von hochbegabten Leuten umzingelt“. Den Verlust dreier Hochbegabter
muss die Big Band nun verkraften: Larissa Valalakis, Tenorsaxophon und
dienstältestes Bandmitglied, Alexandra Blattner, Altsaxophon, und Schlagzeuger
Philipp Lang bedankten sich bei ihrem Bandleader für seinen unermüdlichen
Einsatz mit einem edlen Tropfen. Der wilde Schlussbeifall sorgte dann dafür,
dass die versprochene Stunde doch überschritten wurde. Mit „Zoot Suit
Riot“, einer kernigen Swingnummer als Zugabe beendete die Big Band ihren
beeindruckenden Konzerttag.
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